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Mais-Wissen

Wirtschaftlichkeit

Der Anbau von Körnermais ist für viele landwirtschaftliche Betriebe eine hochattraktive Marktfrucht. Die Ertragspotenziale sind enorm, und Mais ist als Vorfrucht für Winterweizen pflanzenbaulich wertvoll. Doch die Rentab

Der Anbau von Körnermais ist für viele landwirtschaftliche Betriebe eine hochattraktive Marktfrucht. Die Ertragspotenziale sind enorm, und Mais ist als Vorfrucht für Winterweizen pflanzenbaulich wertvoll. Doch die Rentabilität des Körnermaisanbaus wird nicht allein durch den Ertrag auf dem Mähdreschermonitor bestimmt. Die entscheidende betriebswirtschaftliche Kennzahl ist die Marktleistung nach Abzug der variablen Kosten – und hier spielen die Trocknungskosten die absolute Hauptrolle.

Die Kostenfalle: Feuchtigkeit bei der Ernte

Körnermais wird in Mitteleuropa in der Regel mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 25 bis 35 Prozent geerntet. Um lagerfähig und vermarktungsfähig zu sein, muss das Korn auf 14 bis 15 Prozent Restfeuchte heruntergetrocknet werden. Dieser Trocknungsprozess ist extrem energieintensiv.

Für die Trocknung einer Tonne Nassmais werden im Durchschnitt 25 bis 30 Liter Heizöl (oder das Äquivalent in Gas) benötigt. Die Trocknungsgebühren der Landhändler oder Genossenschaften werden meist pro Tonne und je Prozentpunkt Feuchte über der Basis (meist 14,5 %) berechnet. In den letzten Jahren lagen diese Gebühren, getrieben durch volatile Energiemärkte, zwischen 0,50 und 2,50 Euro je Prozent Feuchte und Tonne. Hinzu kommen Kosten für Schmutzabzug und der sogenannte Trockenschwund (Gewichtsverlust durch Wasserentzug).

Eine einfache Modellrechnung verdeutlicht die Hebelwirkung:

Erntefeuchte: 30 %

Zielfeuchte: 15 % (Differenz: 15 %)

Das Dry-Down-Phänomen: Züchterischer Fortschritt zahlt sich aus

Um die Wirtschaftlichkeit zu maximieren, rückt das Abreifeverhalten der Sorten, das sogenannte „Dry-Down“, in den Fokus. Dry-Down beschreibt die Fähigkeit des Maiskorns, nach Erreichen der physiologischen Reife (Black Layer) schnell Feuchtigkeit an die Umgebungsluft abzugeben.

Dieses Merkmal ist stark genetisch fixiert. Sorten mit dünnen Lieschblättern, die sich früh öffnen und den Kolben freigeben, sowie locker sitzenden Körnern auf der Spindel, weisen ein signifikant schnelleres Dry-Down auf.

Die Gorilla-Strategie: MEDUSA als Effizienzwunder

Genau für diese wirtschaftliche Optimierung wurde die Sorte MEDUSA (mittelfrüh, RZ S 220 / K 230) selektiert. MEDUSA kombiniert einen starken Kornertrag mit einem extrem schnellen Dry-Down-Verhalten. In Praxisversuchen erreicht MEDUSA bei optimaler Ernte regelmäßig TS-Gehalte von über 35,2 Prozent in der Gesamtpflanze, was mit sehr niedrigen Kornfeuchten korreliert.

Die frühe Abreife von MEDUSA ermöglicht eine termingerechte Ernte auch in kühleren Regionen, bevor die Herbstniederschläge einsetzen und die Abtrocknung auf dem Feld zum Erliegen kommt. Für den Landwirt bedeutet das: MEDUSA senkt die Trocknungskosten aktiv und sichert so den Deckungsbeitrag, selbst wenn die Energiepreise hoch sind.

Spitzenertrag für Gunstlagen: MEGALODON

Auf warmen Gunststandorten mit langer Vegetationszeit ändert sich die ökonomische Strategie. Hier geht es darum, das absolute Maximum an Ertrag zu generieren, da die natürlichen Bedingungen eine gute Abtrocknung auch bei späteren Sorten gewährleisten.

Strategien zur Kostensenkung

Neben der Sortenwahl haben Landwirte weitere Möglichkeiten, die Wirtschaftlichkeit zu verbessern:

Biogas-Abwärme nutzen: Die Trocknung von Körnermais mit der Abwärme von Biogasanlagen (BHKW) ist eine hochprofitable Symbiose. Warmlufttrockner oder Bandtrockner können die ansonsten ungenutzte Wärmeenergie kostengünstig verwerten.

Lagerung als CCM oder Lieschkolbenschrot (LKS): Für schweinehaltende Betriebe ist die Konservierung durch Milchsäuregärung (Silierung) von geschrotetem, feuchtem Korn (CCM) die wirtschaftlichste Alternative zur Heißlufttrocknung.

Anbietervergleich: Die Trocknungsgebühren der Landhändler variieren regional extrem. Ein rechtzeitiger Vergleich und Vorab-Kontrakte können die Kosten planbar machen.

Praxistipp: Warten Sie mit dem Drusch nicht zu lange, nur um Feuchtigkeit zu sparen. Ab Mitte Oktober sinkt die Kornfeuchte auf dem Feld kaum noch. Stattdessen steigen die Risiken für Lager (durch Herbststürme), Kolbenbruch und massiven Befall mit Mykotoxinen (Fusarium) exponentiell an. Ein früherer Drusch mit 2 – 3 % mehr Feuchte ist oft wirtschaftlicher als ein Totalverlust durch Lager.

Laden Sie hier das Factsheet zur Wirtschaftlichkeit bei Körnermais herunter.

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Aus unserem Mais-Wissen

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